Messsondensystem

ZIM Kooperationsprojekt zur Entwicklung eines Messsondensystems zum automatisierten Vermessen von Unfallstellen nach Verkehrsunfällen

Laufzeit: 01.05.2019 - 30.04.2021

Jährlich gibt es eine Vielzahl von Verkehrsunfällen auf deutschen Straßen. Bei Unfällen mit schweren Personen- oder Sachschaden muss geklärt werden, ob sich Beteiligte strafbar gemacht haben. Hierzu erfolgt die Beweissicherung vor Ort meistens durch die Polizei aber auch durch Sachverständige, welche direkt zur Unfallstelle gerufen werden. Die wichtigste Maßnahme ist die Vermessung der Unfallstelle inklusive aller Spurenlagen.

Als Messverfahren zur Vermessung der Unfallstelle kommt dabei üblicherweise das Dreieck-Messverfahren, bei dem der Unfallort in viele zusammenhängende Dreiecke eingeteilt wird, zum Einsatz. Zum Vermessen benötigt es mindestens zwei, besser drei Personen (zwei Personen zum Halten und Ablesen des Maßbandes, 1 Person zur Dokumentation). Das Verfahren ist je nach Wahl der Messpunkte sehr genau und kann unter anderem auch Bögen wie in Kurven usw. abbilden. Allerdings ist das Vermessen sehr aufwendig, fehleranfällig, zeitraubend und bei aktivem Verkehr für die messenden Personen gefährlich. Beachtet man das eine Zahl von 50 Messabständen nichts Ungewöhnliches ist, das Messen/Ablesen im Dunkeln, bei Kälte und bei dem „Chaos“ nach einem Unfall (Anwesenheit von Feuerwehr, Notarztwagen, Polizei etc.) stattfindet, so kann durch ein automatisiertes Messsystem sehr viel Zeit gewonnen, Personal gespart, Fehler reduziert und die Sicherheit der messenden Personen erhöht werden.

Ziel des Vorhabens ist daher, die Entwicklung von Messsonden, welche von einer Person an den jeweiligen Messpunkten angebracht werden. Die Messsonden kommunizieren bei jedem Wetter störungsfrei mittels einer geeigneten Methode (genaue Methode ist Gegenstand der Entwicklung) und erzeugen automatisiert das Netz aus Dreieckselementen. Zur Vermessung von Unfallstellen wird hauptsächlich die 2D-Photogrammmetrie eingesetzt. Dabei muss man die Unfallstelle in Maschen einteilen. Jede Masche wird hierbei aktuell händisch mit Maßband vermessen. Danach werden die Abstände der Handskizze in ein Programm, ebenfalls händisch, übertragen. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines Messsondensystems, bestehend aus vier Sonden die an jede Ecke einer Masche platziert werden und die Abstände erfassen. Anschließend kann man die Sonden auf die nächste Masche setzen und die Unfallstelle in einem Bruchteil der sonst üblichen Zeit automatisch vermessen. Dabei werden die Daten sofort digital aufgezeichnet und können später schnell ins Programm importiert werden. Jede Messsonde ist außerdem optisch individuell designt, so dass diese auf Fotos automatisch erkannt und den Maschen zugeordnet werden. Die Vermessung von Unfallstellen bei fließenden Verkehr ist sehr gefährlich. Daher ist in jede Messsonde ein Warnsystem integriert. Insgesamt werden durch das Messsondensystem viel Zeit gewonnen (Sperrzeit der Unfallstelle ist kürzer), Personal gespart, Fehler beim Messen reduziert und die Sicherheit der messenden Person erhöht.

Gefördert wird das Projekt durch das Zentrale Innovationsprogramm des BMWI.

+49 375 8109110
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